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FM-Solutionmaker: Gemeinsam Facility Management neu denken

Erstellung eines Betriebskonzepts für einen neuen Standort

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Gebäudeautomation: Erstellung eines Betriebskonzepts für einen neuen Standort

Bei der Errichtung eines neuen Standorts sind zahlreiche Entscheidungen zu treffen, um das Gebäude optimal auf zukünftige Nutzungs-, Komfort- und Effizienzanforderungen auszurichten. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Gebäudeautomation (GA). Sie vernetzt und steuert die technischen Anlagen (z. B. Heizung, Lüftung, Klima, Beleuchtung, Sicherheits- und Zugriffssysteme) und ermöglicht damit einen reibungslosen, ressourcenschonenden und nutzerfreundlichen Betrieb. Die Erstellung eines Betriebskonzepts für die Gebäudeautomation an einem neuen Standort ist ein komplexer, mehrstufiger Prozess, der zahlreiche Disziplinen vereint. Von der anfänglichen Bedarfsanalyse und Konzeption über die Planungsintegration mit TGA-Gewerken bis hin zur Wartungs- und Optimierungsphase sind klare Strukturen, technisches Know-how und eine zielgerichtete Koordination entscheidend. Eine professionelle, zukunftssichere GA trägt maßgeblich dazu bei, den Standort energieeffizient, nutzerfreundlich und sicher zu betreiben – und schafft damit einen nachhaltigen Mehrwert für Betreiber und Beschäftigte.

Zielsetzung und Rahmenbedingungen

Nutzungsziele und Funktionsumfang

  • Welche Arten von Flächen (z. B. Büros, Produktion, Forschung, Labore) sind geplant, und welche Automationsanforderungen ergeben sich daraus?

  • Wie sind Komfortansprüche und Sicherheitsanforderungen (z. B. Zutrittskontrollen, Brandschutz, flexible Raumnutzung)?

Rechtliche und normative Vorgaben

  • Anforderungen aus Energie- und Gebäudestandards (z. B. DIN VDE, GEG, DIN EN 15232).

  • Einhaltung von Sicherheits- und Datenschutzrichtlinien (z. B. DSGVO, IT-Sicherheit).

Budget und Zeitrahmen

  • Festlegung eines realistischen Kostenrahmens für Planung, Errichtung, Integration und spätere Wartung.

  • Abstimmung der BAU- und TGA-Termine, um automatisierungsrelevante Gewerke frühzeitig zu koordinieren.

Funktions- und Lastenheft

  • Erarbeitung detaillierter Anforderungen an die GA (z. B. automatische Beleuchtungsregelung, Raumklima-Management, Alarmierung).

  • Klar definierte Schnittstellen zu angrenzenden Systemen (z. B. IT, Brandschutz- und Sicherheitstechnik).

Auswahl der Technologien und Systeme

  • Entscheidungsfindung für offene Kommunikationsstandards (z. B. BACnet, KNX, Modbus) oder proprietäre Lösungen.

  • Definition von Hardware- und Softwarekomponenten (z. B. Sensoren, Controller, Gebäudeleitsystem).

Planung der Systemarchitektur

  • Zentrale vs. dezentrale Konzepte, Cloud- oder On-Premise-Lösung, Netzwerk-Struktur (z. B. VLANs, Segmentierung).

  • Berücksichtigung von Redundanz und Skalierbarkeit, um zukünftige Erweiterungen zu erleichtern.

Abstimmung mit TGA-Gewerken

  • Enge Koordination mit Heizung, Lüftung, Klima, Sanitär, Elektro- und Sicherheitstechnik, um Installation und Programmierung abzustimmen.

  • Gemeinsame Festlegung von Schnittstellen (z. B. Feldbus, IP-Netzwerke, Sensorikverteilung).

Zeitliche und logistische Planung

  • Bauzeitenplan mit Meilensteinen für die GA-Installation und Inbetriebnahme.

  • Prüfung der Lieferzeiten für Automationskomponenten und Terminabsprachen mit beteiligten Fachfirmen.

Qualitäts- und Schnittstellenmanagement

  • Dokumentation aller vereinbarten Übergabepunkte, Prüfprotokolle und Verantwortlichkeiten.

  • Regelmäßige Abstimmungstermine zwischen Bauleitung, TGA-Fachplanung, Systemintegratoren und FM-Verantwortlichen.

Netzwerk- und Zugriffsarchitektur

  • Trennung von Büronetz und Automationsnetz (z. B. DMZ-Konzepte, Firewalls, VPN-Zugänge).

  • Eindeutige Rollen- und Rechtemodelle für Fernwartung und Nutzerzugriffe.

Schutz vor Cyberangriffen

  • Regelmäßige Sicherheitsupdates, Penetrationstests und Monitoring-Tools zur Erkennung von Anomalien.

  • Einsatz von Verschlüsselungen und sicheren Authentifizierungsverfahren (z. B. Multi-Faktor-Authentisierung).

Datenmanagement und Datenschutz

  • Einhaltung geltender Datenschutzbestimmungen (z. B. DSGVO) beim Umgang mit Nutzungsdaten (z. B. Raumbelegung, Zutritte).

  • Definierte Löschfristen und Protokollierungen von Zugriffen und Alarmmeldungen.

Energieeffiziente Regelung

  • Integration von Sensoren für Temperatur, Luftqualität und Beleuchtung, um bedarfsorientierte Betriebsweisen zu realisieren.

  • Automatische Absenkung bzw. Ausschaltung in ungenutzten Zonen (z. B. Raumweise Abschaltung am Wochenende).

Anbindung an Erzeugungsanlagen

  • Einbindung regenerativer Energien (z. B. PV, Solarthermie), Speicherlösungen und Lademanagement für E-Mobilität.

  • Lastmanagement zur Vermeidung teurer Verbrauchsspitzen.

Monitoring und Reporting

  • Kontinuierliche Erfassung von Energieverbräuchen (Strom, Wärme, Kälte, Wasser) für Transparenz und gezielte Optimierung.

  • Schnittstelle zu Energiemanagement-Systemen (z. B. gemäß ISO 50001), um Einsparziele zu überwachen.

Test- und Probebetrieb

  • Prüfung sämtlicher Regelkreise und Sensorik, Funktions- und Dichtheitsprüfung (z. B. bei HLK-Leitungen), Abgleich der Pläne mit der realen Umsetzung.

  • Simulation von Ausfallszenarien (z. B. Stromausfall, Netzwerkunterbrechung) zur Überprüfung der Notfallkonzepte.

Übergabe an Facility Management

  • Erstellung einer lückenlosen Dokumentation (Schaltpläne, Netzwerkstruktur, Bedienungsanleitungen, Prüfnachweise).

  • Schulung des technischen Personals: Bedienoberflächen, Alarmszenarien, Wartungsverfahren.

Abnahmeprotokolle und Restarbeiten

  • Gemeinsame Dokumentation noch offener Punkte (z. B. fehlende Kalibrierungen, Software-Feinanpassungen).

  • Definierte Fristen zur Mängelbehebung und Finalisierung des Systems.

Wartung und Service

  • Festlegung von Wartungsintervallen (z. B. für Sensoren, Filter, Aktoren) und Service-Level-Agreements (SLA) mit Dienstleistern.

  • Einsatz eines CAFM-Systems (Computer-Aided Facility Management) zur Termin- und Aufgabenverwaltung.

Monitoring und Analyse

  • Echtzeitüberwachung von Zuständen und Verbräuchen, Erkennung von Anomalien (z. B. plötzlicher Energieanstieg).

  • Anpassung von Regelstrategien (z. B. geänderte Belegungsmuster, Raumfunktionen) für Energieoptimierung und Komfortsteigerung.

Nutzerfeedback und Weiterentwicklung

  • Einholung von Rückmeldungen der Nutzer, um Funktionalität und Bedienfreundlichkeit stetig zu verbessern.

  • Planung weiterer Automationsbereiche (z. B. neue Sensorik, Smart Services) bei Bedarf oder neuen Entwicklungen im Unternehmen

Frühzeitige Planung

  • Integration der GA-Anforderungen von Beginn an in das Gesamtprojekt, um Schnittstellenprobleme zu vermeiden und Synergien zu nutzen.

Klare Verantwortlichkeiten

  • Eindeutige Rollenzuweisungen zwischen Projektbeteiligten (Bauherr, Fachplanern, Systemintegratoren, FM), um reibungslose Abstimmungen zu sichern.

Qualifizierte Fachplanung und Projektleitung

  • Expertise in GA, TGA und IT erforderlich, um technische und organisatorische Herausforderungen angemessen zu adressieren.

Sorgfältige Dokumentation und Schulung

  • Umfassende, verständliche Unterlagen erleichtern die Einarbeitung neuer Techniker und den reibungslosen Dauerbetrieb.

  • Regelmäßige Fortbildungen halten das Team auf dem neuesten Stand bei Updates, Sicherheitsanforderungen und Optimierungslösungen.

Flexibilität und Skalierbarkeit

  • Ein modularer, offener GA-Ansatz ermöglicht eine einfache Erweiterung, wenn sich Anforderungen am Standort ändern oder wachsen.