Planung und Konzeption Gebäudeautomation
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Planung und Konzept für die Gebäudeautomation
Diese Seite bietet einen praxisorientierten und normenbasierten Leitfaden für die Planung und den Entwurf von Gebäudeautomationssystemen (BA-Systemen) im Facility Management. Der Fokus liegt auf robusten Zielarchitekturen, klar definierten Rollen in der Planungsphase, Normenkonformität und messbarem Betriebserfolg. Der Ansatz kombiniert offene Protokolle (z. B. BACnet/SC mit PKI), robuste IT/OT-Sicherheitskonzepte gemäß IEC 62443, semantisches Datenmanagement (Project Haystack/Brick) sowie konsistente Inbetriebnahme- und Abnahmeverfahren (FAT/SAT, VDI 6039). Das Ergebnis ist ein skalierbares, interoperables und auditierbares BA-System, das systematisch Energieeffizienz, Verfügbarkeit und Benutzerkomfort steigert.
Die Inhalte decken den gesamten Lebenszyklus ab: von der Anforderungserhebung (Spezifikationen), der funktionalen Spezifikation und der Schnittstellenklärung mit Gebäudetechnik/IT über Netzwerk- und Zonenplanung, Gewerkeintegration (HLK, Beleuchtung/DALI, Zähler, PV/Speicher, Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge) und Betriebsablaufplanung bis hin zu KPIs, Fehlerdiagnose/Analysen und ISO 50001-konformer Überwachung. Die Zuordnung von Standards und Konformitätskriterien gewährleistet die Übereinstimmung zwischen Soll- und Ist-Anforderungen sowie Abnahmekriterien; Vorlagen, Checklisten und weitere relevante Informationen verbessern die Planung und die Betriebssicherheit. Besonderes Augenmerk liegt auf den Anforderungen kritischer Infrastrukturen (KRITIS), Datenschutz und Arbeitsschutzbestimmungen (BetrSichV) sowie auf Datensicherung, Notfallwiederherstellung und Zertifikatsmanagement.
Strukturierte Planung moderner Gebäudeautomation
- Vorteile und Mehrwert
- Planungs- und Konzeptphase
- Phasenmodell und Meilensteine
- Interessengruppen, Rollen und Verantwortlichkeiten
- Anforderungen, Spezifikationen und Funktionsspezifikation
- Schnittstellenmanagement für Gebäudetechnik
- Entscheidungs- und Genehmigungsprozesse
- Qualitätssicherung, Risiken und Dokumentation
- Ergebnisse/Liefergegenstände und Checklisten
- Praktische Empfehlungen
Vorteile und Mehrwert im Facility Management
Energie- und Medieneffizienz durch datengesteuerte Kontrollstrategien und KPIs (ISO 50001).
Erhöhte Anlagenverfügbarkeit durch Fehlererkennung und -detektion (FDD), Zustandsüberwachung und strukturierte Alarme.
Transparente Lebenszykluskosten durch standardisierte Punktelisten und KPIs.
Schnellere Inbetriebnahme und weniger Nacharbeiten dank klarer Spezifikationen.
IT/OT-Sicherheit durch Segmentierung, Härtung, Patch- und Zertifikatsmanagement.
Digitale Kontinuität durch BIM/CAFM-Integration, Historian und REST/OPC UA/MQTT.
Ziel und Leitlinien der Planungsphase
Die Planungs- und Entwurfsphase schafft die verbindliche Grundlage für interoperable, sichere und auditierbare Gebäude- und Anlagenautomation. Sie transformiert strategische Betreiberziele (Energie, Verfügbarkeit, Komfort, Compliance) in eine überprüfbare Zielarchitektur, klare Rollen und Schnittstellen sowie vollständige Ausschreibungs- und Abnahmekriterien. Zu den Schlüsselelementen gehören ein robustes Anforderungsmanagement (Spezifikationen), ein standardkonformes Funktions- und Datenmodell (VDI 3814/3813, DIN EN ISO 52120-1) und ein datenschutzfreundlicher Ansatz gemäß IEC 62443, DSGVO.
Initiierung und Bedarfsanalyse
Inhalt: Projektbeschreibung, Stakeholderanalyse, Zielsystem (KPIs, BACS-Funktionsklasse gemäß DIN EN ISO 52120-1), Nutzungsprofile, regulatorischer Rahmen.
Ergebnisse: Projektbeschreibung, vorläufige RACI-Matrix, Kommunikations- und Entscheidungsplan, Liste der Risiken und Chancen.
Meilenstein M0: Projektstart genehmigt.
Zielvision und grundlegende Entscheidungen
Inhalt: Zielarchitekturskizze (Schichtenmodell Feld/Automatisierung/Management), Protokollstrategie (BACnet/SC mit PKI, DALI-2, M-Bus, OPC UA/MQTT/REST), Zonen-/Segmentierungskonzept (IEC 62443), Daten- und Semantikstrategie (Project Haystack/Brick), BIM/CAFM-Integration.
Entscheidungen: On-Premise vs. Edge/Cloud, BMS-Plattformstrategie, Datensouveränität und -zugriff, Lizenzierungs- und Betriebsmodell, Datensicherung/Notfallwiederherstellung.
Meilenstein M1: Zielvision und -prinzipien genehmigt.
Vorplanung (Konzeptentwicklung)
Inhalt: Funktionslisten gemäß VDI 3814/3813, erste Betriebssequenz (SoO) pro Gewerk, Integrationsmatrix (HLK, Beleuchtung/DALI, Zähler/Messung, PV/Speicher, E-Laden), Schnittstellenprofile zur Gebäudetechnik/IT, IP-Design/Adressierung, NTP/DNS/PKI-Anbindung.
Ergebnisse: Anforderungsspezifikation 60 %, Punkte-/E/A-Liste 30 %, Sicherheitsrisikoanalyse (IEC 62443), Datenschutzprüfung (DSFA-Schwellenwerttest).
Meilenstein M2: Konzeptfreigabe (Design Freeze 1).
Designplanung (Designentwicklung)
Inhalt: Ausführliche SoO/Ursache & Wirkung, detaillierte Punkteliste 60/80%, Netzwerk- und Zonenpläne (Layer 2/3, Firewall-Richtlinien, Fernzugriff), Datenmodell einschließlich Tagging-Leitfäden, Historian- und Aufbewahrungskonzept, Alarmphilosophie, Abnahmekriterien (funktionale Leistungstests, FAT/SAT).
Ergebnisse: Anforderungsspezifikation 90–100 %, Kriterienkatalog für die Auftragsvergabe, Testskriptentwurf, Namenskonventionen und technische Leitfäden.
Meilenstein M3: Design-Freeze 2.
Detaillierte Planung und Angebotsvorbereitung
Inhalt: Spezifikationsanforderungen, Ausschreibungsunterlagen (Leistungsverzeichnisse, Datenpunktlisten, Schnittstellen-/Sicherheitsanhänge, DSGVO-/ISMS-Anforderungen), Bewertungsschema, Abnahmematrix (Normen-/Konformitätszuordnung).
Ergebnisse: Ausschreibungsfertige Unterlagen; Punkteliste zu 100 % für die Losbildung; SoO-Baselines versioniert; FAT/SAT-Kriterien verbindlich.
Meilenstein M4: Freigabe der Ausschreibung.
Auftragsvergabe, Vorplanung und Modellbau
Inhalte: Bietergespräche, Machbarkeitsnachweis für kritische Integrationen (z. B. BACnet/SC mit kundenseitiger PKI, DALI-2 Notbeleuchtung, OPC UA Informationsmodell), Lieferantenqualifizierung.
Ergebnisse: Klarstellungen zum Vertrag, Einigung über die Spezifikationen, aktualisierte Risiko-/Änderungsliste.
Meilenstein M5: Auftragsvergabe und Abnahme der Spezifikationen.
Kunde/Eigentümer
Strategische Ziele (ESG, TCO, Verfügbarkeit) festlegen und Meilensteine, Budgets und Abweichungen genehmigen.
Verantwortlich für Datensouveränität, Betriebsmodell (On-Premise/Cloud) und Governance.
Betreiber-/Anlagenmanagement
Definiert operative Prozesse, Servicefenster, Alarmphilosophie und Eskalationsketten.
Reviewes SoO aus operativer Sicht ist verantwortlich für die Abnahme, die Betriebsdokumente und die Genehmigung von Änderungen während des gesamten Lebenszyklus.
Fachplaner für Gebäudeautomation/Messtechnik
Führt das Anforderungsmanagement durch, erstellt Funktionslisten, SoO/C&E, Punktelisten, Schnittstellenprofile und die Anforderungsspezifikation.
Koordiniert die Integration von Gebäudetechnik und IT, moderiert Designprüfungen und gewährleistet die Einhaltung von Standards und Sicherheitsvorgaben.
Gebäudetechniker (Heizung, Lüftung, Klimaanlage, Elektrotechnik, Beleuchtung, Photovoltaik/Speicher, Elektromobilität)
Bietet Handelsfunktionen, Leistungsgrenzen, Messpunktkonzept und Sicherheitsverriegelungen.
Die Verantwortungsbereiche für GA aushandeln (Signale, Prioritäten, Ausfallsicherheit).
IT-Architekt/Netzwerk
Entwickelt Netzwerkdesign, VLAN-/Zonenmodell, Routing/ACLs, Fernzugriff und Überwachung.
Bietet zentrale Dienste (NTP, DNS, PKI/AD, SIEM) und definiert Patching- und Backup-Anforderungen.
Informationssicherheits- und Datenschutzbeauftragter
Führen Sie Risikoanalysen (IEC 62443/ISO 27001) und Datenschutz-Audits (DSFA) durch.
Berechtigungen für Sicherheit/Datenschutz durch Technikgestaltung, Drittanbieter und Cloud-Dienste erteilen.
Systemintegrator/Installateur
Übersetzt Anforderungsspezifikationen in funktionale Spezifikationen, programmiert/parametrisiert, erstellt technische Dokumente, Testskripte, FAT/SAT.
Liefert Nachweise (Konformität, Zertifikate, Bestandsdokumentation, Instandhaltungskonzepte).
Energiemanager/Qualitätsmanager
Definiert KPIs (ISO 50001), Anforderungen an die Datenqualität und Berichtszyklen.
Prüft Mess-/Zählkonzept, Validierungsregeln, Aufbewahrung.
Sammlung und Strukturierung der Anforderungen
Quellen: Betriebsabläufe, ESG/GEG/ISO 50001, VDI 3814/3813, DIN EN ISO 52120-1, Brandschutzkonzept, Benutzeranforderungen, IT/ISMS-Richtlinien.
Tools: Use Case Backlog, Personas, Szenarien, Priorisierung (muss/sollte/könnte), nicht-funktionale Anforderungen (Verfügbarkeit, Sicherheit, Wartbarkeit).
Anforderungsspezifikation (Was/Warum)
Funktionale Anforderungen pro Berufsfeld einschließlich SoO-Übersicht und C&E-Prinzipien.
Integrationsmatrix (Protokolle, Master-/Client-Rollen, Datenobjekte, Aktualisierung/COV).
Daten- und semantische Strategie (Tags/Ontologien, Einheiten, Standardwerte), Aufbewahrung/Archivierung, Exportformate.
IT/OT-Anforderungen: Zonenmodell, Authentifizierung/Autorisierung (RBAC), Zertifikatsverwaltung, Datensicherung/Wiederherstellung, Überwachung, Protokollhärtung.
Akzeptanzkriterien: KPI-Ziele, Funktionsleistungstests, FAT/SAT, Normen und Konformitätsabgleich.
Betriebliche Anforderungen: Alarmphilosophie, Eskalation, Bedienrechte, Wartungsfenster, Dokumentationspflichten.
Datenschutz/DSGVO: Datenarten, Zwecke, Speicherfristen, Pseudonymisierung/Anonymisierung, Rollen- und Rechtekonzept, Datenverarbeitungsvereinbarungen.
Spezifikationen (Wie/Womit)
Lösungsarchitektur: Komponenten, Versionen, Konfigurationen, Redundanzkonzepte.
Detailliertes SoO mit Zustandsautomaten, Prioritäts- und Verriegelungslogik, ausfallsicheren Positionen und Neustartstrategien.
Vollständige Liste der Ein-/Ausgangspunkte mit technischen Einheiten, Skalierung, Totzonen, Qualitätskennzeichen und COV/Abtaststrategie.
Netzwerk-/Sicherheitsdesign: VLAN-/IP-Pläne, Firewall-Regeln, VPN-/Jump-Server, Zertifikatslebenszyklen, Härtungsleitfäden.
Datenmodell und Schnittstellen: OPC UA-Informationsmodelle, MQTT-Themen, REST-APIs einschließlich OpenAPI-Spezifikation, Zuordnung zu Haystack/Brick/BIM.
Test- und Abnahmeplanung: Testfälle, Grenzwerte, Toleranzen, Testverfahren, Testdaten, Mock-ups, Emulationen.
Gewerke der Gebäudetechnik (TGA)
HVAC/RA: Umschaltungen für bedarfsgesteuerte Lüftung (CO2/VOC/Belegung), Wärme-/Kälteerzeugung, Druck-/Volumenstromregelung, Hygienefunktionen (VDI 6022).
Beleuchtung/DALI-2: Gruppen/Szenen, Anwesenheits-/Tageslicht, Notbeleuchtungsintegration, Testzyklen und -protokolle.
Messung: M-Bus/WM-Bus/LoRaWAN, Messpunktliste, Ablesezyklen, Plausibilitätsprüfungen, Ausgleichsgruppen.
PV/Speicher/Elektroladung: Leistungsfluss, Lastmanagement (Demand Response), Prioritäten/Schutzfunktionen, Netzbeschränkungen.
Brandschutz/Sicherheit: Definierte Verriegelungen, Prioritäten, Ausfallsicherheit, getestete Schnittstellen (GA darf keine Vorrangstellung gegenüber Sicherheitssystemen haben).
IT/OT
Netzwerk: Zonen-/Leitungsmodell (IEC 62443), VLAN-Design, IP-Adresskonzept, Routing/ACLs, Netzwerkdienste (NTP, DNS), Zeit/Synchronisierung.
Sicherheit: PKI-Integration, Zertifikatslebenszyklus, RBAC/AD-Konnektivität, Schwachstellen-/Patch-Management, Datensicherung/Wiederherstellung, Protokollierung/SIEM.
Integrationen: CAFM/CMMS (Tickets, Arbeitsaufträge), BIM (Anlagen-/Raumstrukturen), Energiemanagement (ISO 50001), Analytik/FDD, Berichtswesen.
Fernbetrieb: Wartungszugriff (Jump-Server, Bastion), VPN, Zero-Trust-Prinzipien, Protokoll-Gateways.
Phasen und Genehmigungen
M0–M5 gemäß Phasenmodell; Checklisten pro Gate definiert (Vollständigkeit, Standard-/Sicherheitsprüfung, Risiko-/Kostenstatus, Akzeptanzkriterien).
Genehmigungsgremien: Lenkungsausschuss mit Vertretern des Auftraggebers, des Betreibers, der Fachplanung (Gebäudetechnik/technische Gebäudeausrüstung), der IT/ISO-Abteilung, des Datenschutzes und des Energiemanagements.
Architektur- und Sicherheitsüberprüfungen
Designprüfung 1 (Zielbild): Überprüfung der Grundsatzentscheidungen (Protokolle, Zonen, Datensouveränität).
Design Review 2 (Entwurf): Prüft SoO/C&E, Punkte, Engineering Guides, Testdesign.
Sicherheitsüberprüfung: Risikoanalyse (IEC 62443), Härtung, Patch-/Zertifikatsmanagement, Fernzugriff; dokumentierte Abweichungen mit Ausgleichsmaßnahmen.
Datenschutz-Governance
DPIA-Entscheidung und Maßnahmenkatalog (Pseudonymisierung, Zugriffsbeschränkung, Löschkonzepte).
Datenverarbeitungsvereinbarungen und technische und organisatorische Maßnahmen (TOMs) mit Cloud-/Dienstleistungsanbietern; Speicherorte/Datentransfers.
Test- und Bewertungsstrategie
Von der Simulation/HiL über die Werksabnahmeprüfung (FAT) bis hin zu den Funktionsleistungstests (SAT) auf der Baustelle, mit klaren Akzeptanzkriterien, Toleranzen und Datenprotokollen.
Datenqualitätsprüfungen: Vollständigkeit, Einheiten, Verschlagwortung, Zeitsynchronisation.
Dokumentenmanagement
Strukturierter Dokumentenplan: Anforderungsspezifikation, Funktionslisten, SoO, Punkte, Netzwerk-/Zonenpläne, Sicherheitskonzepte, Testprotokolle, Ist-Zustand.
Klare Namens- und Versionsregeln; Versionsstempel und Prüfprotokolle.
Die folgenden Artefakte sollten bis zum Ende der Konzeptphase vollständig fertiggestellt und getestet sein:
Führung und Organisation: Projektbeschreibung, RACI-Matrix, Kommunikations-/Entscheidungsplan, Schulungs- und Einarbeitungskonzept.
Technologie und Architektur: Zielarchitekturdiagramme (Schichten, Netzwerke, Zonen), IP/VLAN/Adresspläne, Sicherheits- und Fernzugriffskonzepte, Backup-/Notfallpläne.
Funktionen und Integration: Funktionslisten (VDI 3814/3813), SoO/Ursache-Wirkung pro System-/Raumtyp, Integrationsmatrix, Alarmlisten mit Prioritäten/Workflows.
Daten und Semantik: Punkte-/E/A-Listen einschließlich Einheiten/Totzonen/Qualität, Tagging-Leitfaden (Haystack/Brick), Datenkatalog, Aufbewahrungs-/Archivierungskonzept, Exportformate (CSV/JSON, OPC UA, MQTT).
Akzeptanz und Einhaltung: Teststrategie, FAT/SAT-Skripte, Funktionsleistungstests, Normen-/Konformitätszuordnung, Liste der Prüf- und Abnahmekriterien.
Ausschreibungsunterlagen: Endgültige Spezifikationen, Anforderungsspezifikation, Bewertungsmatrix, Vertragsanhänge (Sicherheit/DSGVO/ISMS), SLA-Entwürfe.
Schnittstellen: Schnittstellenprofile für die Gebäudetechnik (TGA) und IT, Zuordnungstabellen (z. B. BACnet-Objekte zu Haystack/Brick/BIM), Datenflussdiagramme.
Dokumentation und Betrieb: Technische Leitfäden, Namenskonventionen, Struktur von Betriebs- und Wartungshandbüchern, Vorlagen für Änderungs- und Fehlerdokumentation.
Anmerkungen zur Checkliste:
Sind die BACS-Klasse und der Energiezielzustand dokumentiert?
Sind die Zoneneinteilung/Segmentierung und die Sicherheitsmaßnahmen gemäß IEC 62443 geplant?
Sind vollständige SoO/C&E-Richtlinien mit Prioritäten/Lockdowns verfügbar?
Entspricht das Mess- und Zählkonzept der ISO 50001, einschließlich der Datenqualitätsvorgaben?
Wurden die Aspekte der DSGVO (Zwecke, Speicherung, Rollen, Datenverarbeitungsvereinbarungen) geklärt?
Sind die Akzeptanzkriterien überprüfbar, messbar und vertraglich festgelegt?
Sind Datensouveränität, Exportrechte und offene Schnittstellen vertraglich abgesichert?
Praktische Empfehlungen für eine solide Konzeptphase
Frühe PoCs/Beispielaufbauten für kritische Protokolle (BACnet/SC mit kundeneigener PKI, DALI-2 Notbeleuchtungstests, OPC UA Informationsmodelle).
SoO ist als zentrale „Vertragssprache“ zwischen Planung, Bau und Betrieb zu verstehen; Änderungen erfolgen ausschließlich in versionierter Form und mit Regressionstests.
30/60/90% Reifegrad für Punktelisten und Schnittstellen; Einfrierungstermine sind verbindlich.
Gewährleisten Sie die Neutralität der Anbieter durch funktionale Ausschreibungen, offene Standards und evidenzbasierte Bewertungen.
Die Dokumentationsanforderungen und technischen Leitfäden sind als Liefergegenstände in die Ausschreibung aufzunehmen.
Daten und Semantik als separates Arbeitspaket verwalten; Datenqualitätsziele und Überwachung definieren.
Sicherheit und Datenschutz durch Technikgestaltung sollten nicht delegiert, sondern in die Architektur- und Beschaffungsanforderungen integriert werden.
Hinweis:
Eine konsequent strukturierte Planungs- und Konzeptphase integriert technische, organisatorische und rechtliche Anforderungen frühzeitig. Das Ergebnis ist eine klare, testbare und nachvollziehbare Grundlage, die Kosten- und Terminsicherheit gewährleistet und die Weichen für einen effizienten, sicheren und interoperablen Betrieb der allgemeinen Luftfahrt stellt.
