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Betriebliche Gebäudeautomation: Relevante Standards

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Betriebliche Gebäudeautomation: Relevante Standards

Betriebliche Gebäudeautomation: Relevante Standards

Visualisierung zentraler Normen und Datenflüsse für die Gebäudeautomation im industriellen Umfeld. Die strukturierte Darstellung von Aufträgen, Netzwerktopologien und Anlagenparametern unterstützt effiziente Steuerung und sicheres Arbeiten im Rechenzentrum.

Übersicht: Normen & Standards zur Gebäudeautomation in technisierten Großimmobilien (Deutschland)

Bezeichnung / Nummer

Titel / Kurzbeschreibung

Kategorie

Geltungsbereich / Relevanz

Rechtsverbindlichkeit

Herausgeber / Institution

Gebäudeenergiegesetz (GEG) §71a

Gesetz über energiebezogene Anforderungen an Gebäude. Enthält seit 2024 explizite Vorgaben zur Gebäudeautomation: Nichtwohngebäude mit großen Heiz-/Kälteleistungen müssen ein GA-System zur effizienten Betriebsführung installieren.

rechtlich (Bundesgesetz)

Gilt für Nichtwohngebäude ab >290 kW Heiz- oder Kühlleistung; fordert Energie- & Anlagenmonitoring sowie Automation zur Optimierung des Betriebs.

Gesetzlich bindend (Pflicht seit 2024, Übergangsfristen bis Ende 2024); Bußgeldandrohung bei Verstoß.

Bundesrepublik Deutschland (BMWSB)

DIN EN ISO 16484 (Teile 1–6)

Systeme der Gebäudeautomation (GA) – Internationale Normenreihe als Grundlage für GA-Systeme (Projektierung, Hardware, Funktionen, BACnet-Kommunikation, Konformitätsprüfung etc.).

normativ (DIN/ISO-Norm)

Umfasst Planung, Ausführung und Betrieb von GA-Systemen aller Größenordnungen; definiert Architektur, Funktionen und Schnittstellen standardisierter GA-Systeme.

Stand der Technik (grundlegendes Normenwerk für GA); in Deutschland oft als Planungs- und Ausschreibungsgrundlage herangezogen.

DIN / ISO (CEN/TC 247 „Gebäudeautomation“)

VDI 3814 & VDI 3813

VDI-Richtlinien Gebäudeautomation (3814) & Raumautomation (3813). Umfangreiche deutsche Leitlinien mit Planungsgrundlagen, Funktionslisten, Schnittstellen und Leistungsbildern für GA-Systeme.

normativ (VDI-Richtlinie)

Richtet sich an Planer und Betreiber von GA: VDI 3814 behandelt Gebäudeleittechnik und GA-Gesamtplanung, VDI 3813 fokussiert auf Raumautomation (Einzelraum-Regelungen).

Keine Gesetzeskraft, aber als anerkannte Regel der Technik etabliert; wird oft in Verträgen (Leistungsbeschreibungen, VOB etc.) als verbindlicher Stand der Technik vereinbart.

VDI (Fachbereich TGA/Gebäudeautomation)

DIN EN ISO 52120-1:2022

Energieeffizienz von Gebäuden – Beitrag der Gebäudebautomation und des Gebäudemanagements. Europäische Norm (ersetzt DIN EN 15232-1) zur Bewertung des Einflusses von GA auf die energetische Gebäudeperformance; definiert BACS-Effizienzklassen A (hochwertig) bis D (keine Automation).

normativ (DIN EN ISO-Norm)

Alle Gebäudetypen; dient zur Einordnung des Automationsgrades und der Funktionen (z.B. bedarfsgerechte Regelung, Energiemonitoring) hinsichtlich ihres Effizienzbeitrags.

Stand der Technik; wird übernommen in nationalen Berechnungsverfahren (z.B. in DIN V 18599-11) und dient als Referenz für gesetzliche Anforderungen im GEG.

DIN / ISO (CEN/TC 247)

DIN V 18599-11:2018-09

Energetische Bewertung von Gebäuden – Rechenverfahren für Heiz-, Kühl-, Lüftungs-, Trinkwarmwasser- und Beleuchtungsbedarf; Teil 11: Gebäudeautomation enthält Algorithmen und Faktoren zur Anrechnung von GA-Maßnahmen auf die Energiebedarfsrechnung.

normativ (DIN-Vornorm)

Relevanz für Nichtwohngebäude: ermöglicht Berücksichtigung von GA-Effizienzfunktionen (Klassen nach DIN EN 15232/ISO 52120) in der Bilanzierung nach GEG.

Quasi-verbindlich im Rahmen des GEG-Nachweises – offizielles Berechnungsverfahren bei Verwendung der DIN 18599 Methode (gesetzlich vorgeschriebenes Verfahren, da in EnEV/GEG genannt).

DIN (NA 005-01-31 AA / FG Energieeffizienz)

DIN EN 15500-1:2017-09

Automation von HLK-Anwendungen – Teil 1: Elektronische Regler für einzelne Räume/Zonen. Definiert Anforderungen und Prüfverfahren für Raumtemperatur-Regler in Heizungs-, Lüftungs-, Klimaanlagen (z.B. PI-Regelverhalten, Sollwertprogramme).

normativ (DIN EN-Norm)

Einzelraumregelungen in Gebäuden (Büros, Hotelzimmer, Wohnbereiche etc.); stellt sicher, dass Raumregler herstellerunabhängig bestimmte funktionale Mindeststandards erfüllen (für Komfort und Energieeinsparung).

Stand der Technik (europ. EPB-Modul M3-7); nicht gesetzlich bindend, aber wird zur Qualitätssicherung von Raumautomations-Produkten herangezogen.

DIN / CEN (TC 247 GA und Gebäudemanagement)

DIN EN 12098 (Teile 1 & 3)

Mess-, Steuer- und Regeleinrichtungen für Heizungen. Teil 1: Regeleinrichtungen für Warmwasser-Heizungsanlagen (witterungsgeführte Vorlauftemperaturregelung, Zeitprogramme etc.); Teil 3: Regeleinrichtungen für Elektroheizungen.

normativ (DIN EN-Norm)

Gilt für elektronische Heizungsregler in Gebäuden (Warmwasser- und Elektroheizsysteme bis 120 °C Vorlauf) – steuert Wärmezeugung und -verteilung abhängig von Außentemperatur, Zeit und weiteren Parametern.

Stand der Technik (EPBD-Modul M3-5/6); verbindlich im Sinne anerkannter Technik für Heizungsregelungen – keine direkte Gesetzespflicht, aber relevant für normkonforme Energieeffizienz von Heizungen.

DIN / CEN (TC 247)

DIN EN 50090 (KNX)

Elektrische Systemtechnik für Heim und Gebäude (EN 50090). Europäische Normenreihe für den KNX-Busstandard (früher Europäischer Installationsbus, EIB) – etabliertes Gebäudeautomations-Bussystem zur dezentralen Steuerung und Vernetzung.

normativ (DIN EN-Norm)

Einsatz in Wohn- und Zweckbauten für Beleuchtungs-, Jalousie-, HLK- und weitere Steuerungsfunktionen; KNX ist weltweit verbreitet und ermöglicht interoperable Kommunikation zwischen Sensoren/Aktoren verschiedener Hersteller.

Stand der Technik in der GA (freiwillige Anwendung); durch DIN-EN-Normung offiziell anerkannt. Rechtlich nicht vorgeschrieben, aber oft von Bauherren gefordert für Herstellerunabhängigkeit.

DIN / CENELEC (KNX Association beteiligt)

DIN EN 14908 (LonWorks)

Datenkommunikation für Gebäudeautomation – LON. Normenreihe für das LonWorks-Netzwerk (Local Operating Network). LON ist ein dezentrales Kommunikationssystem für GA-Komponenten und wurde 2004 als europäische Norm übernommen.

normativ (DIN EN-Norm)

Verbreitet in GA-Systemen der 1990er/2000er: Vernetzung von Steuerungsgeräten auf Feldebene ohne zentrale Hierarchie. Heute vor allem in bestehenden Anlagen anzutreffen; ermöglicht Interoperabilität zwischen LON-fähigen Geräten verschiedener Hersteller.

Freiwilliger Standard (Stand der Technik zur Zeit seiner Einführung); nicht gesetzlich bindend. Anwendung meist projektabhängig – neuere GA-Projekte tendieren zu KNX/BACnet, aber LON bleibt relevant in Bestandsanlagen.

DIN / ANSI/CEA (als EN übernommen)

DIN EN 13757 (M-Bus)

Kommunikation in Haus- und Gebäudeautomation – M-Bus. Europäische Normenreihe für den Meter-Bus – standardisiertes Protokoll zur Fernablesung von Zählern (Wärme, Wasser, Gas, Strom) in Gebäuden.

normativ (DIN EN-Norm)

Einsatz für Verbrauchszähler und Sensoren: M-Bus ermöglicht das Auslesen von Verbrauchsdaten über Zweiader-Leitung oder Funk (Wireless M-Bus) und deren Einbindung in Gebäudeleittechnik (Energiemanagement, Abrechnung).

Stand der Technik für Zählerauslese in Gebäuden; rechtlich in Deutschland indirekt bedeutsam (z.B. Heizkostenverordnung fordert fernablesbare Zähler – oft via M-Bus umgesetzt), aber der Standard selbst ist freiwillig und herstellerneutral.

DIN / CEN (TC 294 Kommunikationssysteme)

IEC 61158 / 61784 (Modbus)

Feldbus-Standards – beinhalten u.a. das Modbus-Protokoll als etabliertes Kommunikationsverfahren. Modbus (seriell RTU oder TCP/IP) stammt aus der Industrieautomation, ist aber in GA weit verbreitet zur einfachen Anbindung diverser HLK-Geräte.

normativ (IEC-Standards)

Gebäudeleittechnik und HLK-Anlagen: Modbus dient der Kommunikation zwischen Automationsstationen, Sensoren/Aktoren, z.B. Kesselsteuerungen, Pumpen, Wechselrichtern etc. in Gebäuden. Es ist einfach implementierbar und hardware-unabhängig.

De-facto-Standard (offen spezifiziert); freiwillig einsetzbar. Keine gesetzliche Pflicht, jedoch in vielen GA-Projekten aufgrund einfacher Interoperabilität genutzt – gilt somit als anerkannter technischer Standard in der Praxis.

IEC (International Electrotechnical Commission)

DIN EN IEC 62386 (DALI)

Digital Addressable Lighting Interface (DALI). Internationaler/Europäischer Standard für digitale Lichtsteuerung in Gebäuden. DALI ermöglicht adressierbare Steuerung und Rückmeldung von Beleuchtungskomponenten (Leuchten, Trafos, Sensoren).

normativ (DIN EN IEC-Norm)

Beleuchtungsanlagen in Gebäuden: dient zur Integration von Leuchten und Lichtsteuergeräten in GA-Systeme (z.B. präsenz- und tageslichtabhängige Regelung). DALI ist herstellerübergreifend und erleichtert energieeffiziente Beleuchtungssteuerung (z.B. Dimmen, Gruppen).

Stand der Technik in der Beleuchtungsautomation; freiwillig. Oftmals wird DALI in Ausschreibungen verlangt, um Normvorgaben (z.B. DIN EN 12464 Beleuchtungsstärken am Arbeitsplatz) komfortabel erfüllen zu können.

IEC / DIN (DKE K 521 Lichttechnik)

DIN 18386:2019-09 (VOB/C)

Allgemeine Technische Vertragsbedingungen – Gebäudeautomation. Teil C der VOB: legt einheitliche Vertrags- und Ausführungsbedingungen für GA-Anlagen fest (Materialien, Ausführung, Nebenleistungen, Abrechnung etc.).

technisch (Bauvertragsnorm)

Gilt für alle Bauleistungen der GA: Errichten von Systemen zum Messen, Steuern, Regeln, Managen und Bedienen gebäudetechnischer Anlagen. Relevant v.a. bei öffentlichen Bauvorhaben (VOB verpflichtend) sowie häufig auch in privaten Bauverträgen (über VOB-Vereinbarung).

Vertraglich bindend, sofern VOB/B und VOB/C vereinbart sind (für öffentliche Hand obligatorisch). Ansonsten gilt sie als anerkannter Standard für Leistungsbeschreibungen und den „Stand der Technik“ bei GA-Bauleistungen.

DIN (DVA – Deutscher Vergabe- und Vertragsausschuss für Bauleistungen)

DGUV Vorschrift 3 (BGV A3)

Unfallverhütungsvorschrift „Elektrische Anlagen und Betriebsmittel“. Schreibt die Prüfung und Sicherheit aller elektrischen Betriebsmittel vor – einschl. der GA-Schaltschränke und Steuerungen – um Unfälle durch elektrischen Strom zu verhindern.

versicherungstechnisch (UVV)

Betrifft sämtliche Betriebe/Arbeitgeber: Alle ortsfesten elektrischen Anlagen und ortsveränderlichen Geräte sind regelmäßig durch Elektrofachkräfte zu prüfen. Damit umfasst es auch die elektrischen Anlagen der Gebäudeautomation in Gewerbe/Industrie.

Verbindlich (pflichtige Unfallverhütung nach ArbSchG/BetrSichV, von Berufsgenossenschaften überwacht). Nichteinhaltung verletzt Betreiberpflichten und kann zu Haftungsfolgen führen.

DGUV (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung)

VdS 2871 (Prüfung E-Anlagen)

VdS-Richtlinien für elektrische Anlagen gemäß Feuerversicherer-Klausel 3602. Fordert regelmäßige Brandschutz-Prüfungen elektrischer Anlagen durch VdS-anerkannte Sachverständige. Ziel: Brandrisiken durch Elektrik (z.B. GA-Steuerungen) minimieren.

versicherungstechnisch (VdS)

Gilt bei vereinbartem Feuerversicherungsschutz für Gebäude: Fast alle Feuerversicherer verlangen in großen/technikintensiven Objekten jährliche oder zweijährliche Prüfungen aller elektrotechnischen Anlagen. Inbegriffen sind sämtliche Unterverteilungen, Schalt- und Steuerschränke der Gebäudetechnik.

Vertraglich bindend, wenn im Versicherungsvertrag vorgeschrieben (sonst freiwillig). Wird i.d.R. in Abstimmung mit dem Versicherer umgesetzt; dient der Aufrechterhaltung des Versicherungsschutzes und Schadenprävention.

VdS Schadenverhütung GmbH (Verband d. Sachversicherer – GDV)

VDMA 24774:2023-03

IT-Sicherheit in der Gebäudeautomation. VDMA-Einheitsblatt mit Empfehlungen, um GA-Systeme über den gesamten Lebenszyklus gegen Cyberangriffe zu schützen (Planungs-, Errichtungs-, Betriebs- und Wartungsmaßnahmen). Orientiert sich an BSI IT-Grundschutz-Bausteinen und IEC 62443.

technisch (Branchenstandard)

Relevanz für alle GA-Systeme mit Vernetzung: richtet sich an Planer, Integratoren und Betreiber von GA in Gebäuden. Deckt u.a. Netzwerkabsicherung, Zugriffsschutz, Patch-Management und Notfallkonzepte für Gebäudeleittechnik ab.

Freiwillig (kein Gesetz), aber wichtiger Stand der Technik im Bereich GA-Cybersecurity. Umsetzung wird von Betreibern zunehmend erwartet, um Ausfälle und Manipulation zu vermeiden; teils verlangen Auftraggeber die Einhaltung der VDMA-Empfehlungen.

VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V.) Fachverband Automation + Management für Haus + Gebäude

AMEV Gebäudeautomation 2023

AMEV-Empfehlung: „Hinweise für Planung, Ausführung und Betrieb der GA in öffentlichen Gebäuden“. Umfassendes Richtliniendokument, berücksichtigt aktuelle Entwicklungen (IoT, KI, etc.) und klassische GA-Technik; zielt auf effizienten, sicheren und nachhaltigen Gebäudebetrieb.

sonstiges (Verwaltungsempfehlung)

Öffentliche Gebäude / Liegenschaften: dient als Leitfaden für Behörden, Planer und Betreiber bei der Umsetzung von GA-Projekten im öffentlichen Sektor. Deckt technische Standards, Schnittstellen, Ausschreibungshilfen, Betriebsorganisation und Instandhaltung ab.

Nicht rechtsverbindlich, aber maßgebliche Richtschnur für Bundes- und Landesbauten. Öffentliche Auftraggeber verlangen in der Regel die Beachtung dieser AMEV-Vorgaben (vergleichbar „Stand der Technik“ für öffentliche GA-Projekte).

AMEV (Arbeitskreis Maschinen- und Elektrotechnik staatl./komm. Verwaltungen beim BMWSB)

AMEV Technisches Monitoring 2025

AMEV-Empfehlung: Technisches Monitoring als Instrument der Qualitätssicherung. Beschreibt Anforderungen, Schnittstellen und Leistungen für Monitoring von TGA-Anlagen (via Gebäudeautomation) zur Überprüfung von Funktion und Energieeffizienz über die Inbetriebnahme hinaus.

sonstiges (Verwaltungsempfehlung)

Öffentliche Neubau-Projekte mit komplexer TGA: definiert den Ablauf des technischen Monitorings in Planungs-, Bau- und initialer Betriebsphase. Stellt sicher, dass GA-Daten genutzt werden, um Sollwerte zu erreichen und Optimierungspotenzial aufzudecken (insb. im Zuge steigender Effizienzanforderungen durch GEG).

Freiwillig; in öffentlichen Bauvorhaben jedoch oft Bestandteil der Vertragsbedingungen, um eine nachweisliche Betriebsoptimierung zu gewährleisten. Unterstützt die Einhaltung gesetzl. Energieeffizienzvorgaben und entlastet Betreiber durch automatisierte Analysen.

AMEV (BMWSB) – Empfehlung für öffentliche Bauherren und Betreiber

Legende

GA = Gebäudeautomation; TGA = Technische Gebäudeausrüstung; HLK = Heizung, Lüftung, Klima; BACS = Building Automation and Control System; GLT = Gebäudeleittechnik (Managementebene); Stand der Technik = allgemein anerkannter aktueller Stand wissenschaftlich-technischer Regeln. Quellenangaben siehe Fußnoten.