Bedienbilder an tatsächlichen Betriebsaufgaben prüfen
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Bedienbilder an realen Betriebsaufgaben gezielt prüfen
- Werte und Betriebszustände
- Bedienhandlungen und Rückmeldungen
- Störungsbearbeitung und Vertretung
- Bedienbarkeit nach Änderungen
Werte und Zustände eindeutig unterscheidbar darstellen
Ein angezeigter Wert benötigt Einheit, eindeutige Zuordnung und eine erkennbare Aussage über seine Aktualität. Fehlende Kommunikation darf nicht den Eindruck einer fortlaufenden Messung erzeugen. Ersatzwerte, manuell gesetzte Zustände und tatsächlich gemessene Größen werden nachvollziehbar unterschieden. Ein alter, unverändert sichtbarer Zahlenwert kann sonst zu einer sachlich falschen Betriebsentscheidung führen. Auch die Bedeutung eines Symbols wird geprüft. Eingeschaltet kann einen Bedienwunsch, einen angesteuerten Ausgang oder eine bestätigte Anlagenfunktion bezeichnen. Diese Ebenen dürfen nicht unbemerkt zusammenfallen. Farben erhalten eine konsistente Bedeutung und werden durch Text oder andere eindeutige Merkmale ergänzt. Die Darstellung muss auch unter den tatsächlichen Lichtverhältnissen und auf den eingesetzten Bildschirmgrößen verständlich bleiben.
| Bedienaufgabe | Erforderliche Information | Geeignete Prüfung |
|---|---|---|
| Zustand beurteilen | Aktueller Wert und Datenqualität | Unterbrochene Aktualisierung erkennen |
| Anlage zuordnen | Eindeutiger Raum und Anlagenbezug | Richtigen örtlichen Gegenstand finden |
| Eingriff ausführen | Befugnis und Wirkung der Handlung | Erwartete Rückmeldung richtig deuten |
| Störung bearbeiten | Ursache soweit bekannt und Reaktionsweg | Nächsten zulässigen Schritt bestimmen |
Bedienhandlungen mit ihrer Rückmeldung erproben
Für einen Eingriff wird geprüft, ob sein Umfang vor Auslösung erkennbar ist. Eine Sammelbedienung darf nicht versehentlich einen größeren Bereich erfassen als erwartet. Nach Ausführung muss verständlich sein, ob der Befehl angenommen, wirksam oder durch eine andere Bedingung begrenzt wurde. Ein allgemeiner Erfolgshinweis darf eine fehlende Prozessrückmeldung nicht verdecken. Die Prüfung erfolgt mit abgestimmten Aufgaben und geeigneten Schutzmaßnahmen. Gefährdungsrelevante Eingriffe werden nicht allein zum Test einer Bildschirmgestaltung im laufenden Betrieb ausgelöst. Wo möglich, werden Testumgebung oder kontrollierte Ersatzszenarien verwendet. Eine beobachtende Person dokumentiert, an welcher Stelle Anwender Informationen suchen, missverstehen oder unbeabsichtigt handeln. Damit wird die tatsächliche Bedienbarkeit untersucht, statt lediglich persönliche Gestaltungswünsche zu sammeln.
Störungsbearbeitung und Vertretung einbeziehen
Besonders aussagefähig sind Aufgaben, die eine mit dem Objekt vertraute Vertretung ohne mündliche Zusatzhinweise bearbeiten soll. Dazu gehören das Auffinden einer ausgefallenen Funktion, die Ermittlung des zuständigen Bereichs und das Erkennen einer bestehenden Übersteuerung. Die Navigation muss den Zusammenhang zwischen Übersicht, Anlage und Detailwert erhalten. Eine Vielzahl einzelner Fenster kann diesen Zusammenhang erschweren. Unklarheiten werden nach ihren Folgen bewertet. Eine unpassende Beschriftung ist besonders relevant, wenn sie einen falschen Anlagenzugriff begünstigt. Die Korrektur wird am betroffenen Bedienablauf erneut geprüft. Schulung ergänzt eine geeignete Oberfläche, kann aber eine widersprüchliche Zustandsdarstellung nicht dauerhaft ausgleichen. Wiederholt notwendige mündliche Erklärungen werden deshalb auf einen möglichen Gestaltungs- oder Zuordnungsfehler untersucht.
Die Bedienbarkeit nach Änderungen erhalten
Neue Anlagen, geänderte Raumbezeichnungen und zusätzliche Funktionen lösen eine Überprüfung der betroffenen Darstellungen aus. Dabei werden auch bestehende Übersichten und Suchfunktionen berücksichtigt. Eine neue Detailseite ist wenig hilfreich, wenn der Nutzer sie über die übliche Navigation nicht findet. Der freigegebene Stand wird mit den tatsächlich verwendeten Geräten und Benutzerrollen geprüft. Die Betriebsführung nimmt wiederkehrende Fehlbedienungen und Suchprobleme in die Verbesserung auf. Bewertet werden konkrete Aufgaben und ihre Ergebnisse, nicht die bloße Zahl vorhandener Bildschirmseiten. Die Rückmeldung an den Ersteller beschreibt den beobachteten Fehler und das erforderliche Verhalten. Dadurch bleibt die Benutzeroberfläche ein verwendbares Arbeitsmittel, dessen Qualität sich an sicheren und nachvollziehbaren Betriebsentscheidungen erkennen lässt.
